Grüezi und herzlich willkommen bei Delicanto

Entdecken Sie das kulinarische Erbe der Schweizer Kantone
mitten in der historischen Altstadt von Stein am Rhein.

Ab dem 1. August 2026 für Sie geöffnet!

Sortiment

Bei Delicanto dreht sich alles um das kulinarische Erbe der Schweizer Kantone und ihre Spezialitäten. Entdecken auch Sie die beeindruckende Vielfalt dieser hochwertigen Produkte, die von lokalen Manufakturen mit viel Liebe hergestellt werden. Sei es im Alpenraum, im Mittelland oder im Jura.

Durch die unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten geprägt, brachten die Menschen in allen Ecken des Landes im Laufe der Zeit immer wieder Produkte hervor, die den Charakter dieser Gebiete in all ihren Facetten widerspiegeln. Jedes Produkt erzählt so seine eigene Geschichte. Auch diverse weniger bekannte Spezialitäten freuen sich darauf, von Ihnen (wieder)entdeckt zu werden.

Kommen also auch Sie bald in Stein am Rhein vorbei und erleben Sie bei Delicanto eine kulinarische Entdeckungstour durch die Kantone der Schweiz mit unzähligen bekannten Delikatessen sowie spannenden Raritäten. Ich freue mich schon jetzt auf Ihren Besuch!

Weine, Schaumweine und Cidres

Ausgelesene Tropfen von sonnenverwöhnten Schweizer Weinbergen und viele weitere lokaltypische Fruchtweine

Brände und Liköre

Kantonscharakteristische Traditionsbrände aller Art

Süsse Kreationen

Diverse süsse Versuchungen aus den verschiedenen Regionen des Landes

Trockenwürste

Ausgewählte traditionelle Trockenwürste aus den alpinen Landesteilen

Snacks

Knusprige Spezialitäten aus kantonstypischen Zutaten und diverse aussergewöhnliche Apéro-Gebäcke.

Kantonstypische Aufstriche

Konfitüren aus raren Fruchtsorten, würzige Chutneys und nicht alltägliche Honigvariationen.

Landsgemeinde-Chrempfli

Seit wann Chrempfli zur Landsgemeinde gebacken werden, ist nicht bekannt. Vermutlich noch nicht sehr lange, denn Indizien weisen auf Klöster als Ursprung hin. Krapfen sind Fast Food aus dem Mittelalter, die Weiterführung eines uralten Systems: Man nehme einen Teigfladen, packe zerkleinertes Essen auf die eine Hälfte, klappe die zweite darüber und esse das Ganze.

Die Bezeichnung Chreempfli - gedehnt ausgesprochen - leitet der Sprachwissenschaftler Stefan Sonderegger aus Herisau aus dem alt- und mittelhochdeutschen krimpfan im Sinne von sich krümmen oder krampfhaft zusammenziehen her.



Quellen: www.patrimoineculinaire.ch
Literatur: Paul Imhof, 2024, Das kulinarische Erbe der Schweiz, Echtzeit Verlag.

Chörbliwasser

Das Chörbliwasser (leitet sich von Kerbel ab, dem Chörblichrut, wie man im Herstellungsgebiet des Wassers sagt, im Werdenbergischen sowie im Emmental) soll zudem heilende Wirkung haben und ist deswegen gerade auch bei älteren Menschen aus der Region sehr beliebt. Wer bei Bluthochdruck, Magenproblemen, Prellungen und anderen Gebresten auf die Wirkung des Chörbliwassers schwört, muss unverzüglich zugreifen, wenn jeweils im Juni die erste Ladung Chörbliwasser zum Verkauf steht. Beim Lesen dieses Namens melden sich Bedenken, man denkt an Übelkeit und ähnliche Purgatorien, doch Chörbliwasser hat nichts Unangenehmes an sich, im Gegenteil, als Hausmittelchen gegen allerhand Gebersten beruhigt es den Magen, reinigt das Blut und senkt den Druck.

Seit wann Chörbliwasser zubereitet wird, ist nicht klar: gewiss seit mehreren Generationen oder mehr als 100 Jahren. Das Wasser schmeckt stark nach Anis und soll, äusserlich aufgetragen, auch gegen Hautprobleme wirken und Sportverletzungen mildern. In den Naturheilkunde-Klassikern Das grosse Kräuterbuch von Pfarrer Künzle und Der kleine Doktor kommt die Süssdolde allerdings nicht explizit vor, sie spielt nicht einmal marginal eine Rolle. Vielleicht wird sie unterschätzt, vielleicht hält sich ihre Wirkung in Grenzen.

Das hält viele Rheintaler und Emmentaler nicht ab, auf Chörbliwasser zu schwören. "Hausmittel Nummer eins in der Gegend, hochgerühmt und begehrt, ist aber das *Chörbliwasser", schrieb der Ethnologe Paul Hugger in seiner volkskundlichen Monographie Werdenberg - Land im Umbruch (1964).



Quellen: www.patrimoineculinaire.ch
Literatur: Paul Imhof, 2024, Das kulinarische Erbe der Schweiz, Echtzeit Verlag.

Cardon épineux genevois

Im 17. Jahrhundert trugen Hugenottenflüchtlinge aus Südfrankreich Kardonen im Gepäck auf ihrer Flucht ins calvinistische Genf, wo sie das Gemüse in der Ebene Plainpalais aussäten. Die Ebene ist längst überbaut, die cardons de Genève gedeihen im Hinterland.

Louis Maillard präsentierte 1906 in Cuisinière romande das berühmte Genfer Gericht Cardons à la moelle. Der Druck der Konkurrenz aus Frankreich und Spanien sorgte später beinahe dafür, dass die Kardonen aus Genf verschwunden wären; freilich unter Mithilfe der Schliessung der einzigen lokalen Konservenfabrik 1998. Ein betroffener Bauer begann, seine cardons im Glas einzumachen; die Produzenten gründeten die Association Cynara, die sich für Erhalt und Schutz der einheimischen Varietät einsetzt. Ende 2015 zählt Cynara zehn Betriebe, die im Schnitt sieben Hektaren mit cardons bepflanzen und jährlich 100 bis 130 Tonnen ernten.



Quellen: www.patrimoineculinaire.ch
Literatur: Paul Imhof, 2024, Das kulinarische Erbe der Schweiz, Echtzeit Verlag.

Liongia naira

"Nachdem die Kartoffel um 1800 in Graubünden Wurzeln geschlagen hatte, entdeckte man rasch ihre Vorzüge. Sie füllte speditiv den Magen, ohne den Geldbeutel über Mass zu strapazieren. Mit ihr liess sich auch das teure Fleisch in der Wurst strecken, ohne dass man den Bschiss all zu heftig merken musste. Freilich mit unterschiedlichem Erfolg, und so galt die Kartoffelwurst bis weit ins 20. Jahrhundert als Gradmesser des Wohlstands. Kartoffelwurst gibt es mit oder ohne Blut als Trocken- oder Siedwurst. Für die klassische Version kocht man am Vortag mehlige Kartoffeln (30 bis 40 Prozent des Endresultats), schält sie und treibt sie mit magerem Schweine- und Rindfleisch sowie Rückenspeck (bis 20 Prozent) durch den Fleischwolf. Man gibt sechs bis acht Prozent Schweineblut dazu, eventuell etwas Rotwein, und vermengt alles mit den Gewürzen wie Salz und Salpeter oder Nitritsalz, Pfeffer, Nelken, Muskat, Piment, Loorbeer, Wacholder und Knoblauch; wie immer sind die Mischungen alte Familiengeheimnisse. Früher gab man noch Leber und Lunge ins Brät, heute (fast) nicht mehr. Kartoffelwürste mit Blut haben sich vom Arme-Leute-Gericht zu einer Spezialität gemausert."



Quellen: www.patrimoineculinaire.ch
Literatur: Paul Imhof, 2024, Das kulinarische Erbe der Schweiz, Echtzeit Verlag.



Nocino

"Im Vocabolario dei dialetti della Svizzera italiana findet man vor 1920 keinen nocino, aber ratafiá. Daraus kristallisierte sich über die Jahrzehnte die beliebteste Likörvariante heraus, nocino auf der Basis von unreifen grünen Baumnüssen.

In die Südschweiz ist ratafiá alias nocino vermutlich aus Italien gekommen. Das Tessiner Originalrezept wird den Brüdern von Santa Maria dei Frati Cappucchini di Bigorio zugeschrieben. Dieses erste Schweizer Kapuzinerkloster wurde um 1535 oberhalb von Lugano gegründet. Eigene grappa brannten die Kapuziner schon im 19. Jahrhundert, mit nocino begannen sie vor gut 100 Jahren. Mit der Zeit muss der Geist der feinen Wässerchen durch die Klostermauern verduftet sein und die Bevölkerung inspiriert haben, eigene Rezepte auszuprobieren. Unbekannt ist die Person oder Institution, die als erste Tessiner ratafiá angesetzt hat.

Baumnüsse waren wirtschaftlich bedeutend wegen des Öls, das man als Lichtspender in Häusern und Kirchen verbrannte und in der Küche als Gewürz einsetzte. Reife Nüsse las man im Oktober, grüne für nocino üblicherweise in der Nacht von 23. auf den 24. Juni, dem Tag vor Johannes dem Täufer.

Ab dem 20. Jahrhundert wurde Nussöl als Brennstoff durch Gas und Elektrizität ersetzt und in der Küche durch andere Pflanzenöle. Die Kultivierung der Nussbäume nahm ab und verschwand in gewissen Regionen komplett. Für nocino braucht es allerdings wenige Nüsse, ein gutes Dutzend reicht für einen Liter. Deshalb ist die private Produktion von nocino immer noch stark verbreitet.

In vielen Häusern öffnet man die Flasche mit nocino täglich. Geschätzt als Digestif oder im Kaffee; köstlich zu Nuss- oder Vanilleglace. Das österreichische Appetit-Lexikon (1894) preist "den hochachtbaren Nussliqueur" als "eines der angenehmsten Mund-Parfümiermittel, die dem Gastronomen zu Gebot stehen."



Quellen: www.patrimoineculinaire.ch
Literatur: Paul Imhof, 2024, Das kulinarische Erbe der Schweiz, Echtzeit Verlag.

Über mich

Manuel Schär - Inhaber von Delicanto

Mein Name ist Manuel Schär und mit dem Spezialitätengeschäft Delicanto geht für mich ein langgehegter Traum in Erfüllung. Ich war schon immer fasziniert davon, dass die Schweiz trotz ihrer kleinen Fläche über eine solch faszinierende Dichte an verschiedenen Landschaften, Sprachen, Dialekten und Kulturen verfügt. Und dadurch auch über eine kulinarische Vielfalt, die keinen Vergleich zu scheuen braucht.

Deshalb habe es mir zur Aufgabe gemacht, in allen Regionen des Landes authentische, leidenschaftliche und kreative Produzenten aufzusuchen, die für Regionalität, traditionelles Handwerk und höchste Qualität stehen. Ihre Schätze habe ich für Sie am Rathausplatz in Stein am Rhein zusammengetragen, um so das kulinarische Erbe der Schweiz hautnah erlebbar zu machen.

Ich freue mich, Sie zu inspirieren, die Vielfalt der hiesigen Delikatessen kennenzulernen. Manchmal ist das Gute eben doch näher, als man denkt.

Kontakt & Öffnungszeiten

Haben Sie Fragen zum Sortiment von Delicanto, Anregungen oder möchten Sie sonst etwas mitteilen? Kommen Sie gerne auf mich zu, per Mail oder telefonisch. Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme!

Delicanto

Rathausplatz 12

8260 Stein am Rhein

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